
Küche
Ruhe in Beton und Keramik – ein Neubau in Steinhaus
Neubau · Steinhaus
Ein Neubau, ein großzügiger Raum, viel Tageslicht von zwei Seiten – und darüber eine Decke aus Sichtbeton, deren Schalungsbild offen bleibt. Diese Decke war der Ausgangspunkt. Sie duldet keine Küche, die daneben laut wird.
Also haben wir das Material weitergeführt, statt es zu imitieren: Die Fronten der raumlangen Schrankwand tragen echten Feinbeton, händisch in Spachteltechnik aufgebracht und mit Lack versiegelt. Jede Front ist damit ein Unikat – Zug, Kante und Wolkenbildung wiederholen sich nirgends. Aus zwei Metern Entfernung liest man eine ruhige graue Fläche, aus einem Meter die Handschrift dessen, der sie gespachtelt hat.
Davor die Insel als heller Gegenpol: weiße Fronten, darauf eine Keramikplatte mit feiner Marmorzeichnung. Keramik, weil dieses Weiß auf Dauer Weiß bleiben soll – die Oberfläche ist unempfindlich gegen Hitze, Säuren und Kratzer und braucht keine Imprägnierung wie ein Naturstein.
Was man nicht sieht, ist die Hinterküche. Sie liegt hinter der Schrankwand, bündig in dieselben Betonfronten eingeschnitten, ohne Griff und ohne Zarge, die sie verraten würde. Dort steht, was Arbeit macht. Vorne bleibt der Raum, in dem man sich aufhält.
Das Licht läuft in zwei durchgehenden Linien – eine vor der Schrankwand, eine über der Insel –, frei unter die Betondecke gesetzt, weil sich in diese Decke nichts einbauen lässt. Die Wärme kommt allein vom Eichenboden im Würfelmuster.









Fotos: Studio Olaf Becker
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